
Das ist der Founder Mode Friday, dein Wartezimmer-Lesestoff für den nächsten Arztbesuch. 🩺
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Kittel an, wir gehen auf Visite!
LG, Feliks
Ein deutsches Startup schlägt ChatGPT, Claude und Gemini. Und zwar in der Medizin, trotz milliardenschwerer Konkurrenz. Das ist AMBOSS, gegründet 2011 von Sievert Weiss und zwei Freunden aus seiner Lerngruppe. AMBOSS unterstützt Studis dabei, ihre Prüfungen zu meistern. Heute laut Sievert mit rund 100 Mio. Umsatz, etwa 600 Leuten im Team (davon gut ein Drittel Ärzt:innen) und Nutzenden in 180 Ländern.
… der wesentliche Unterschied ist zu starten. Das trennt 99% von diesem 1%.

Und wie AMBOSS gestartet ist: in 3 Prüfungsphasen 90 % der deutschen Studis erreicht. Heute gibts ein Learning pro fünf Jahre Firmengeschichte, also schnapp dir Kaffee und Notizblock! Ich habe aus Sievert die besten Prüfungstipps für Unternehmer:innen herausgekitzelt 😃
1. Das Problem sitzt vor dem Bildschirm 🤝
In NOHARM 1 war das AMBOSS-Modell in 3 von 4 Kategorien 3x so gut wie menschliche Spezialisten. Am besten wäre Arzt plus KI gewesen. Nur: Viele Ärzte haben den Vorschlägen nicht geglaubt und es anders gemacht. Dadurch entstanden mehr Fehler, auf der menschlichen Seite.
Dabei kann das niemand mehr im Kopf haben. Publiziertes medizinisches Wissen verdoppelt sich laut Sievert alle 73 Tage. Der Halbgott in Weiß bröckelt, weil er gar nicht mehr alles wissen kann.
Ich hab das mal live erlebt, in Indonesien. Lebensmittelvergiftung, plötzlich wird mein Sichtfeld kleiner. Der Arzt zückt das Handy und googelt vor mir. Halbgutes Gefühl. Laut Sievert genau der richtige Move: Schwäche zeigen und offen nachschlagen. Bei der Einführung von AI-Tools muss man immer das Ego der Nutzenden beachten. Heute wird aus Google AI, allerdings komminziert Weiss klar, dass hier kein Arzt ersetzt werden soll:
[Arzt] empowered by AI, aber nicht Arzt replaced by AI.
2. Zwei Jahre statt für immer ⏳
Mit 26/27 standen die drei Gründer kurz vor der Klinik. 10 Jahre Ausbildung, sicherer Job zum Greifen nah, und Sievert hatte Angst, bis ans Lebensende Schulden abzustottern, falls es schiefgeht.
Was geholfen hat: eine Frist. Keiner sagt, dass man das den Rest des Lebens machen muss. Also 2 Jahre probieren. Gelernt hat man trotzdem, und mit 29 geht die Klinik immer noch.
„Also wahrscheinlich wird es ja nicht erfolgreich, das wussten wir auch.“
Dazu Bezos' One-Way- und Two-Way-Doors. Laut Sievert sind gut 80 % aller Entscheidungen Türen, durch die man zurückgehen kann. Er selbst ist das übrigens: nach einem Jahr Anästhesie wieder zurück in die Firma. Seitdem ist er geblieben.
Hier kann man sich das von Bezos mal direkt anhören.
3. Kopieren, was funktioniert 📋
95 % Marktanteil klingt nach Weltherrschaft. Ist es nicht. Rund 10.000 Examenskandidaten im Jahr mal 100 € sind gut 1 Mio. Umsatz. Ganz nett, aber ein Milliardenmarkt ist das nicht.
Also nach Schema F übertragen, an drei Stellen gleichzeitig. Aufs ganze Studium, aufs Arztleben als Begleiter bis zur Rente, und auf die USA. Dort ist die Prüfung auch Multiple Choice, und die Marktführer waren laut Sievert technisch veraltet und hässlich. Heute nutzen über 60 % der US-Medizinstudierenden AMBOSS.
In Minute 49 könnt Ihr hören, woher drei Kölner Medizinstudenten den Mut für die USA hatten. 🇺🇸
KI macht die Blaupause schneller. Das Examen für Saudi-Arabien hat eine Person in 1 Monat abgebildet. Früher: 5 Leute, ein halbes Jahr.
Sieverts Rat an Founder, die am liebsten alles gleichzeitig angehen wollen: erst an einer Stelle richtig durchkommen. Ob drei Fronten parallel immer so klug sind, weiß er selbst nicht. Mit fünf Gründern, die seit fast 15 Jahren dabei sind, ging es.
Fazit der Woche: Der Halbgott in Weiß bröckelt. 🩺
🚗 Fahrerlos, aber ganz und gar nicht planlos
Heute ist Julian Glaab da, Gründer von Bliq. Er baut aus Standardwagen autonome Taxis als Abo. Zerstörungsfrei, mit einer Dachbox voller Kameras, Lidar und drei parallelen Internetleitungen.
Gestartet ist er nicht in Deutschland, sondern in Estland. In Deutschland sind die Regeln so streng, dass Waymo sich nicht getraut hat. Aber mit direktem Draht zur estnischen Regierung, deutscher Ingenieurskunst, „China Speed und American Ambition“ könnte Bliq auf schmalem Budget einen autonomen Service dort launchen.

Kleiner Blick hinter die Kulissen 👀
Mitten in der Aufnahme hatte Glaab einen Krampf, weil er am Abend vorher um 23 Uhr noch einen Halbmarathon gelaufen ist. Der macht echt keine halben Sachen…
Warum er ein 20-Mio.-Business ohne Frage ans Board dichtgemacht hat und was ein Clapped-Out Toyota Corolla mit Waymo in München zu tun hat, erzählt er heute. Seine Meinung zum deutschen Markt: „If you can make it here, you have already made it everywhere else.“
Hier gehts zur Folge in Bewegtbild. 🎭️
… und hier gibts sie in Old-School Audio-Format. 🎧️
🥹 Wie wichtig bin ich dir?!?
Ich stecke jede Woche unzählige Stunden Schweiß, Liebe und natürlich Arbeit in diesen Podcast. Ich hab trotzdem noch Zeit für meine Familie und mein Leben, weil ich datenbasierte Entscheidungen mit einem Blick klären kann. Ein Beispiel:

Wir gucken uns zu allen Folgen an, wie gut die Thumbnails performen. Die Specials von der BAD1-Konferenz (lila) haben systematisch am schlechtesten performt, gemessen in Click-Through-Rate (= Thumbnails doof). Beim nächsten Special von der Bits & Pretzels haben wir das angepasst und die Highlights mit bekanntem Thumbnail-Stil hochgeladen, damit sie im Feed altbekannt und nicht fremd sind. Die Episoden sind noch nicht alle raus, aber die Zwischenergebnisse sehen vielversprechend aus.
Ich könnte dir hier natürlich auch die geschönte Wahrheit präsentieren! Mach ich natürlich nicht. Aber wenn du nicht nur Anekdoten hören, sondern unsere Learnings auch auf deinen Content übertragen willst, kannst du über diesen Newsletter Zugang zu unserem internen Dashboard bekommen.
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Das war's für heute!
